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Führungskraft? Einfach so? VS So einfach!

Warum der Sprung ins kalte Wasser so viel kostet – und was wirklich einfach macht


Montag, 8:03 Uhr. Du sitzt zum ersten Mal auf der anderen Seite des Tisches.

Vor drei Wochen warst du noch Kollege am Nachbartisch, 

hast über denselben Chef gelästert, dieselben Deadlines gefürchtet. 

Jetzt starrst du auf sieben Gesichter, die auf dich warten. 

Auf dich. Als Führungskraft.

Niemand hat dir gesagt, was du jetzt sagen sollst.

So oder so ähnlich beginnt der erste Arbeitstag für die meisten neuen 

Führungskräfte in Deutschland. Fachlich stark, deshalb befördert. 

Aber Führen ist ein anderes Handwerk als das, wofür man befördert wurde – 

und die wenigsten Betriebe geben dafür mehr als einen guten Wunsch mit auf den Weg.


Der Mythos vom Führungstalent


„Der wird das schon schaffen, der ist ein Naturtalent.“ 

Diesen Satz hört man oft, kurz bevor jemand seine erste Führungsposition antritt. 

Er klingt nett gemeint. Er ist trotzdem ein Trugschluss.

Führung ist kein Charakterzug, den man hat oder nicht hat. 

Es ist eine Handwerkstechnik, wie Buchhaltung oder ein Instrument – 

man kann sie erlernen, in kleinen Schritten üben, an einzelnen Situationen trainieren. 

Nur wird sie in den meisten Betrieben so behandelt, als müsste sie sich 

von selbst einstellen, sobald jemand einen neuen Titel auf der Visitenkarte trägt.

Das Ergebnis kennt fast jeder aus eigener Erfahrung: 

Die ersten Monate verlaufen nach dem Prinzip Versuch und Irrtum. 

Manche Entscheidungen sitzen. Andere kosten Vertrauen im Team – und genau 

dieses Vertrauen ist es, das eine neue Führungskraft am dringendsten braucht.


Was der Sprung ins kalte Wasser wirklich kostet


In der Praxis sehen wir immer wieder dasselbe Muster: 

Fehlt der neuen Führungskraft im ersten Jahr eine klare Struktur, dauert es spürbar länger, 

bis das Team wieder rund läuft. 

Mitarbeitergespräche werden verschoben, weil die Führungskraft nicht weiß, 

wie sie anfangen soll. 


Aufgaben werden nicht delegiert, weil niemand erklärt hat, wie das geht, 

ohne dass am Ende doppelte Arbeit entsteht. 

Und irgendwann kündigt die erste Person aus dem Team – 

nicht wegen des Jobs, sondern wegen der Führung.

Diese Fluktuation ist teuer. Nicht nur emotional, auch betriebswirtschaftlich: 

Jede Wiederbesetzung kostet Zeit für Ausschreibung, Einarbeitung und 

Produktivitätsverlust in der Übergangsphase. 


Wer das einmal durchgerechnet, kommt selten zu dem Schluss, 

dass ein gut vorbereiteter Führungsstart die teurere Variante wäre.


„So einfach“ heißt nicht „oberflächlich“


Der Gegenentwurf zum „einfach so“ ist nicht das nächste dicke Handbuch, 

das ungelesen im Regal verstaubt. 

Es ist ein System, das eine neue Führungskraft Schritt für Schritt durch genau 

die Situationen führt, die im ersten und zweiten Jahr wirklich auftreten:

Das erste kritische Feedbackgespräch, die erste Deadline, die reißt, 

der erste Konflikt im Team, die erste Aufgabe, die delegiert werden muss, 

ohne dass am Ende doch wieder alles bei einem selbst landet.


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in dem man um 8:03 Uhr vor dem Team sitzt und eine Antwort braucht, 

keine Definition von Leadership.

Eine kleine Faustregel für den nächsten Montag

Wer gerade neu führt, kann schon am nächsten Montag eine kleine Veränderung testen: 

Statt eine Aufgabe zu delegieren mit „Mach das mal“, die drei Dinge benennen, 

die wirklich zählen – das Ziel, den Rahmen, den Zeitpunkt der Rückmeldung. 

Das dauert eine Minute länger. 

Es erspart im Zweifel drei Rückfragen und eine Nacharbeit.

Führung „einfach so“ bedeutet: raten, korrigieren, hoffen. Führung „so einfach“ bedeutet: 

wissen, was als Nächstes kommt – weil es schon jemand vor einem durchdacht hat.


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